Wo der Rotstift zuerst ansetzt: Die große CouponFollow Rabatt-Studie 2026

Inflation, steigende Lebenshaltungskosten, ein angespanntes Konsumklima – und trotzdem kaufen die Deutschen. Nur eben schlauer. Die neue CouponFollow Rabatt-Studie 2026, durchgeführt mit Appinio unter 2.000 repräsentativ ausgewählten Deutschen, zeigt: Die Suche nach Rabatten, Coupons und Angeboten ist längst kein Zeichen von Knausrigkeit mehr, sondern Teil eines rationalen, modernen Konsumverhaltens. Doch wer sucht wo nach Deals? Und wer zahlt am Ende den Preis, wenn das Budget knapp wird?
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
- Technik & Elektronik ist die meistgesuchte Rabatt-Kategorie: 52,1 % der Deutschen suchen hier vor dem Kauf gezielt nach günstigeren Preisen.
- Geschlechterunterschiede sind ausgeprägt: Männer suchen häufiger bei Technik und Sport, Frauen bei Mode und Lebensmitteln.
- Ältere Altersgruppen suchen aktiver nach Rabatten als jüngere – entgegen der verbreiteten Annahme.
- Familien suchen bei Kinder- und Familienausgaben deutlich häufiger nach Rabatten als kinderlose Haushalte, schränken sich dafür in anderen Kategorien stärker ein.
Technik, Mode, Alltag: Wo Deutsche am liebsten Rabatte jagen
Neues Smartphone, Laptop, Kaffeemaschine: Technik ist die beliebteste Kategorie der deutschen Schnäppchenjäger. Mehr als jeder Zweite (52,1 %) gibt an, hier gezielt nach Deals zu suchen, bevor er kauft. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Mode, Schuhe & Accessoires (49,3 %) sowie Lebensmittel & Drogerie (47,9 %).
Was diese drei Kategorien gemeinsam haben: Es geht nicht ums große Luxusgeschäft. Es geht um die Dinge, die wir regelmäßig kaufen, die ins Budget fallen und bei denen ein guter Deal einen echten Unterschied macht. Rabattjagd ist kein Sonderprogramm für Krisenzeiten, sondern fester Bestandteil des deutschen Einkaufsrituals.
Urlaub & Reisen landet mit 39,5 % noch auf einem respektablen vierten Platz – ein Bereich, in dem man zwar seltener kauft, aber dafür umso mehr sucht, vergleicht und wartet.
Was am Ende der Spar-Liste steht – und warum das so aufschlussreich ist
Ganz unten: Kulturangebote (12,1 %), Sport-Abos (15,6 %) und, interessanterweise, Ausgaben für Kinder und Familie (16,6 %).
Das klingt zunächst kontraintuitiv. Eltern gelten als besonders budgetbewusst. Aber die Zahlen sagen: Wenn es um den Nachwuchs geht, wird weniger aktiv nach Rabatten gesucht. Nicht weil das Geld keine Rolle spielt, sondern weil bei Kinderausgaben vermutlich das Gefühl überwiegt, dass man hier nicht knausern darf. Was für andere gilt, gilt beim eigenen Kind oft nicht. Das ist ein Muster, das sich durch die gesamte Studie zieht.
Wenn das Geld knapper wird: Wer zuerst bei sich selbst spart
Interessant wird es bei der Frage nach dem Verzicht: Wenn man sich über einen längeren Zeitraum finanziell einschränken muss – an wem spart man zuerst? Das Ergebnis ist eindeutig:
60,6 % der Deutschen sparen zuerst an sich selbst. Partner, Kinder, Freunde, Haustiere: Alle anderen kommen danach.
Sechs von zehn Deutschen schränken sich zuerst bei sich selbst ein – weniger ausgehen, weniger gönnen, auf Anschaffungen verzichten. Dass die eigene Person dabei als Erstes zurücksteckt, ist kein Ausnahmefall, sondern das dominierende Muster der Studie.
Auf Platz zwei folgen Freunde (8,3 %): weniger Treffen, kleinere Geschenke, seltener die Runde schmeißen. Platz drei belegt das Trinkgeld (7,7 %). Beide Bereiche haben gemeinsam, dass es sich um freiwillige soziale Gesten handelt – keine festen Verpflichtungen und damit leichter zu reduzieren als andere.
Partner und Kinder weit hinten bei der Kostenbremse
Dass nur 4,8 % zuerst beim Partner sparen und nur 3,7 % bei den Kindern, deutet darauf hin, dass nahestehende Personen beim Sparen weitgehend geschützt werden. Wer zuerst bei sich selbst kürzt, schafft Spielraum für andere – ein Muster, das sich durch alle Altersgruppen und Regionen zieht.
Das Haustier landet mit 2,6 % am Ende der Liste – ein Befund, den unsere bereits erschienene Haustier-Finanz-Studie noch detaillierter beleuchtet.
Nur 5,4 % der Deutsche nehmen bewusst Schulden in Kauf
Lediglich 5,4 % der Befragten geben an, lieber Schulden zu machen, als Ausgaben zu reduzieren. Schuldenmachen als Alltagsstrategie ist in Deutschland eine Randerscheinung – dieser Wert bleibt stabil, unabhängig von Alter, Region oder Einkommensklasse.
Die große Spar-Gap: Geschlechterunterschiede beim Sparverhalten
Gleiche Fragen, unterschiedliche Antworten – das Geschlecht macht beim Sparverhalten einen größeren Unterschied, als viele vermuten würden.
Das Muster ist eindeutig: Männer jagen Deals bei Technik und Sport, Frauen bei Mode und Lebensmitteln. Die Lücke bei Technik beträgt fast 14 Prozentpunkte (58,9 % vs. 45,3 %), bei Mode sogar knapp 16 Prozentpunkte (57,2 % vs. 41,5 %).
Urlaub ist der einzige Bereich, in dem sich beide Geschlechter annähernd einig sind – mit einem Unterschied von nur 2,4 Prozentpunkten.
Selbstverzicht im Sparfall: Frauen häufiger betroffen
Auch beim Selbstverzicht zeigen sich Unterschiede:
- 64,7 % der Frauen sparen zuerst an sich selbst – bei Männern sind es 56,5 %.
- Männer nehmen eher Schulden in Kauf: 6,3 % vs. 4,6 % bei Frauen.
- Beim Trinkgeld liegen beide Geschlechter nah beieinander: Männer (8,6 %), Frauen (6,9 %).
Frauen schränken sich im Sparfall also häufiger zuerst selbst ein als Männer und greifen seltener auf Schulden zurück.
Jung vs. alt: Wo die Unterschiede bei der Rabattsuche am größten sind
Nicht das Budget entscheidet, wo nach Rabatten gesucht wird, sondern die Lebensphase. Ein Blick in die Daten zeigt: Jede Altersgruppe hat ihre eigenen Schwerpunkte.
Die 18–24-Jährigen fallen bei klassischen Kategorien wie Technik (46,2 %) oder Lebensmitteln (38,5 %) unterdurchschnittlich aus. In anderen Bereichen liegen sie jedoch weit vorne: Bei Restaurantbesuchen und Lieferdiensten verzeichnen sie mit 38,5 % den höchsten Wert aller Altersgruppen – der Gesamtschnitt liegt bei 19,1 %. Auch bei Kinder- und Familienausgaben führen sie mit 30,8 %, was angesichts der Altersgruppe zunächst überrascht, sich aber mit studentischen Wohngemeinschaften und Betreuungssituationen erklären lässt.
Die 25–34-Jährigen dominieren bei Mode mit 55,0 % – der höchste Wert aller Altersgruppen in dieser Kategorie. Sport (22,9 %) und Abos (20,6 %) liegen ebenfalls überdurchschnittlich. Ein Konsumprofil, das stark von Freizeitgestaltung und persönlichem Lifestyle geprägt ist.
45–54: Die Altersgruppe mit dem höchsten Selbstverzicht
Mit 67,7 % verzeichnen die 45–54-Jährigen den höchsten Anteil an Personen, die bei finanziellen Einschränkungen zuerst bei sich selbst sparen. Diese Altersgruppe trägt häufig gleichzeitig Verantwortung für Kinder und unterstützt teilweise bereits ältere Eltern.
Die 18–24-Jährigen liegen mit 54,3 % am niedrigsten, was aber an der in dieser Lebensphase typischerweise geringeren Versorgungsverantwortung für andere liegen kann.
Bundesländer-Check: Regionale Unterschiede im Überblick
Das Sparverhalten variiert je nach Bundesland teilweise erheblich. Thüringen verzeichnet in mehreren Kategorien überdurchschnittliche Werte: Technik(63,6 %), Lebensmittel(56,8 %), Mode (52,3 %). Beim Restaurantbesuch liegt das Bundesland mit 6,8 % hingegen am unteren Ende aller Länder – der größte Abstand zur bundesweiten Rabattsuche in diesem Bereich.
Trotz einer der höchsten Kaufkräfte in Deutschland zeigt Bayern eine ausgeprägte Neigung zur Rabattsuche: 55,6 % bei Technik, 52,5 % bei Mode. Die Daten legen nahe, dass Preisbewusstsein und Kaufkraft nicht im Widerspruch stehen müssen.
Hamburg (23,3 %) und Berlin (20,2 %) liegen beim Restaurantbesuch über dem Bundesschnitt (19,1 %). Die Technik-Rabattsuche in Hamburg (43,3 %) fällt dagegen vergleichsweise niedrig aus.
Familien unter der Lupe: Wo wird gespart, wenn Kinder im Haushalt leben?
Haushalte mit Kindern zeigen ein anderes Rabattsuchverhalten als kinderlose Haushalte:
26,0 % der Haushalte mit Kindern suchen aktiv nach Rabatten für Kinder- und Familienausgaben – bei kinderlosen Haushalten sind es 7,7 %.
Eltern suchen bei Kinder- und Familienausgaben mehr als dreimal so häufig nach Rabatten wie kinderlose Haushalte. Gleichzeitig liegen sie in den klassischen Kategorien wie Technik, Mode und Lebensmittel unter dem Wert kinderloser Haushalte. Die Prioritäten verschieben sich mit der Familiensituation und damit auch, wo die Rabattsuche ansetzt.
Beim Selbstverzicht zeigt sich ein ähnliches Bild: Nur 3,7 % der Deutschen würden bei finanziellen Einschränkungen zuerst bei den Kindern kürzen – ein Wert, der sich kaum nach Region oder Altersgruppe unterscheidet. Haushalte mit Kindern schränken sich entsprechend häufiger selbst ein, um Ausgaben für den Nachwuchs stabil zu halten.
Fazit: Was die Daten verraten
Die Rabatt-Studie 2026 zeigt: Sparen in Deutschland ist ein fester Bestandteil des Konsumverhaltens. Wer nach Rabatten sucht, tut das in der Regel nicht wegen des Kontostands, sondern aus Gewohnheit, Prinzip oder schlicht, weil es sich lohnt.
Ein zentrales Muster zieht sich durch alle Gruppen: Bei finanziellen Einschränkungen wird zuerst bei der eigenen Person gespart – unabhängig von Alter, Region oder Einkommensklasse.
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